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Forum: Kultur & Literatur

Wer kann mir sagen, ob ein Manuskript...

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pisolo

Member

Wer kann mir sagen, ob ein Manuskript gut ist?
Seit einiger Zeit hab ich in der Schublade ein Manuskript liegen und in diesen Wochen komme ich an einen Punkt, wo ich nicht mehr wirklich selbst einschätzen kann, wie gut oder schlecht das Ganze eigentlich ist. Zumindest einmal gemäß meiner Erfahrung schreibt man ja am Anfang ziemlich aus dem Bauch heraus, liest es ein paar Mal selbst, verbessert hier und da etwas. Aber irgendwann kommt es meines Erachtens wie es kommen muss und man wird für den eigenen Text einfach blind. Also zumindest einmal ergeht es mir so.

Freunde fragen fühlt sich für mich irgendwie nur bedingt hilfreich an, weil viele entweder sehr nett reagieren oder gar nicht so genau sagen können, was ihrer Meinung nach wirklich funktioniert und was nicht. ein professionelles Lektorat ist ja gleichzeitig auch gleich ein größerer Schritt – und ich weiß ehrlich gesagt gar nicht, ob mein Text dafür überhaupt „reif“ genug ist.

Deshalb wollt ich in die Runde nach Erfahrungen fragen… Sollte es welche geben, wie habt ihr das gelöst, wenn ihr ein Manuskript geschrieben habt und eine ehrliche Einschätzung wolltet? Testleser? Schreibgruppen? Lektorat? Oder gibt es vielleicht ohne gleich in eine große Maschinerie zu geraten noch andere Wege, an brauchbares Feedback zu kommen?
2026-03-11 19:10

faber

Member

re
herzlichen Glückwunsch erstmal :)
Ich glaube jede option, die man nutzt ist gut und bringt einen weiter. Freunde, Familie, Schreibgruppen, Testleser und irgendwann auch ein Lektorat. All das wird dich weiterbringen, vor allem in der Kombination, weil jeder Schritt auch einfach seine eigenen Stärken und Vorteile, aber eben auch Schwächen hat.
Wenn du Freunde und Familie fragst, bekommst du vielleicht keine objektive, professionelle Einschätzung, aber dafür vielleicht einfach ein paar bestärkende Worte und Support von deinem Umfeld. In einer Schreibgruppe kommst du vielleicht noch auf neue Ideen und einen ersten Eindruck dafür, ob es gut genug ist, dass es Fremde gerne lesen. Und von einem Lektor oder einer Lektorin bekommst du dann die wirklich professionelle Überarbeitung, die man früher oder später sowieso braucht.

Ich würde es so sehen, dass du dich eher gar nicht zwischen den Optionen entscheiden solltest, sondern die alle für ihre Vorteile wahrnehmen solltest, dann kommst du sicher gut voran im ganzen Prozess.
2026-03-13 16:51

pisolo

Member

das mit der Kombination stimmt glaub ich schon. Nur ich merke bei mir selbst, dass genau da die Unsicherheit anfängt. vermutlich könnten mir Freunde und Familie sagen, ob sie den Text gern lesen – funktioniert er aber wirklich, tragen die Figuren, reißt die Spannung irgendwann ab… da bin ich mir ehrlich gesagt nicht sicher, wie viel man aus so einem Feedback ziehen kann.

Und gleichzeitig fühlt sich ein Lektorat für mich eben wie ein Schritt an, der schon fast voraussetzt, dass das Manuskript „fertig genug“ ist. Genau das weiß ich ja gerade nicht. Das ist so ein bisschen der Knoten.

Schreibgruppe klingt ehrlich gesagt noch am plausibelsten, weil dort Leute lesen, die selbst schreiben. Hattest du mit sowas mal zu tun? Also wirklich regelmäßige Gruppen, und nicht nur ein einzelner oder maximal ein paar Testleser? Ich stell mir nämlich vor, dass man dort wahrscheinlich ehrlicheres Feedback als im eigenen Umfeld bekommt.
2026-03-15 14:32

faber

Member

das glaube ich auch, deswegen meine ich eben, dass da jede Form des Feedbacks eine ganz eigene Funktion hat oder zumindest haben kann. Selbst wenn deine Freunde das Buch lesen und sagen, sie sind stolz auf dich und du hast das gut gemacht, aber gar keine inhaltliche oder professionelle Meinung abgeben können, hats du ja trotzdem was davon, nämlich die Bestärkung, dass jemand hinter dir steht und du den nötigen Support hast :) das ist eben das, was ich meine. Eine Schreibgruppe oder eine Lektorin wird nicht zu dir sagen: "wir stehen hinter dir, egal wie gut deine Texte sind", Freunde und Familie aber bestenfalls schon.

Ich hab selbst nicht wirklich Erfahrung, war ein paar Mal früher auf der Uni in solchen Gruppen, weil ich auch ganz gerne geschrieben hab aber eh hauptsächlich für mich. Hab das auch nie groß verfolgt, dass da mehr draus werden könnte als ein Hobby. Aber ich glaube dass sowas sehr hilfreich sein kann, grade für den Anfang! Würde vielleicht einfach mal googeln, ob es sowas in deiner Nähe gibt? Vielleicht eh von einer Uni? Ich glaube, dass manche Verlage und kleinere Buchhandlungen so Gruppen zum Austausch auch anbieten, ich bin mir aber nicht sicher ob es das überall gibt und ob man sich da wirklich trifft oder Texte nur hin und her schickt. Wenn du in der Stadt wohnst, findet man da sicher was :)
2026-03-17 17:45

pisolo

Member

Ja, für mich ist grad genau dieser Unterschied der springende Punkt. Weil keine Frage dass ein Rückhalt schön ist, aber davon weiß ich noch immer nicht, ob eine Figur trägt oder ob der Text irgendwann schlicht absackt. Und bei Schreibgruppen denk ich mir eben, dass dort jemand eher auf den Text als Text und nicht nur auf mich als Person schaut. Bevor ich aus lauter Unsicherheit gar nichts mache ist dieses „einfach mal googeln“ vermutlich eh der pragmatischste erste Schritt.

Aber hast du bei dir selbst oder im Umfeld erlebt, dass bzw. wie es nach so einer ersten Runde mit Gruppe oder Testlesern dann wirklich klarer war bzw wie es weitergeht? Also in anderen Worten eher überarbeiten, liegenlassen, Exposé bauen oder doch schon Richtung Lektorat gehen?
2026-03-23 21:08

faber

Member

ja genau, die Unterschiede sind eben das, was die Kombination aus meiner Sicht eben auch so fruchtbar machen kann, wenn man gleich ein paar verschiedene Methoden anwendet, sozusagen :) ich hab auch einfach mal gegoogelt aus Interesse und mir sind eh gleich ein paar verschiedene Optionen untergekommen, zB von einer Uni, ein Schreibnetzwerk wo man sich online austauschen kann und man sich gegenseitig dann beratschlagen kann und sowas wie eine Schreibwerkstatt, zB vom Novum Verlag, da hat man es dann aber auch gleich wirklich mit einem Lektor oder einer Lektorin zu tun, so weit ich das verstanden hab. Also es gibt schon wirklich verschiedene Möglichkeiten und auch ganz verschiedene Arten, ob du jetzt lieber online bis oder in Person, mit anderen Schreibenden oder Profis, usw. War fast ein bisschen überrascht, dass es da schon wirklich viel Angebot gibt, grade in großen Städten.

Ich glaube man kann das kaum verallgemeinern und mir fehlt da auch einfach die Erfahrung. Ich kenne entfernter zwei Personen, der mal ein Buch veröffentlich haben, eine davon glaub ich im Selbstverlag und der andere ist Journalist und hatte schon eine Reichweite, der hatte sowieso kein Problem ein Verlag zu finden. Wichtig ist glaube ich, dass wenn du wirklich möchtest, dass das was wird und dass das an die Öffentlichkeit soll, dass man dran bleibt und vielleicht auch verschiedene Wege ausprobiert. Bei jedem Schritt wird man besser werden und einer funktioniert vielleicht :)
2026-03-25 19:24

pisolo

Member

Ja mit dem Punkt, dass es viel gibt und der Frager was davon einen davon wirklich weiter bringt befasse ich mich grad auch. Der Gedanke, dass nicht jede Form von Feedback gleich denselben Zweck erfüllen muss, hilft mir schon. Eine Gruppe oder erste Fremdleser wären für mich eher fürs blinde Stellen und Längen sichtbar zu machen da. Ein Lektorat wär für mich dann erst der Schritt danach und damit einher nicht der erste Sprung ins kalte Wasser. Dieses Dranbleiben klingt natürlich banal, aber ist ist imho wahrscheinlich der Teil, an dem es sich entscheidet. Um Gottes Willen nicht weil jeder Weg funktioniert, sondern weil man denk ich erst durchs Ausprobieren welcher Text wirklich trägt merkt.
2026-04-02 18:57